Der Bahnhofvorstand und das Personal auf dem Perron hat keine Ahnung von einem Ereignis. Bei Rückfrage an BLZ wird bestätigt, dass tatsächlich ein Zug im Tunnel brenne, ca. 200m vom Stadelhofen entfernt. Erst jetzt wird beim Tunnelausgang Rauch sichtbar. Innert kürzester Zeit wird das ganze Tunnelprofil mit Rauch gefüllt. Die ersten Passagiere verlassen einzeln den Tunnel. Es war immer noch von einem Zug die Rede!
4.2 Rekonstruierte Lage
Der Richtung Stadelhofen fahrende Zug wurde auf der Höhe des Hirschengrabenschachtes durch die Betätigung der Notbremse angehalten. Das Zugpersonal erkundete die Lage und forderte die Passagiere auf, den Zug zu verlassen und in Richtung Stadelhofen loszumarschieren. Der Lokführer setzte das Notsignal und durchsuchte den ganzen Zug noch einmal.
Der Zug (Doppelpendel, 2x150m lang, 2x (RBe4/4-B-B-A-B-Dzt brannte im hintersten Wagen, vor dem Triebfahrzeug. Der Gegenzug musste auf Grund des Notsignals eine Schnellbremsung einleiten und kam auf der Höhe des Doppelpendels zum stehen. Nach einem kurzen Augenschein setzte der Lokführer den Zug rückwärts in Bewegung und versuchte den Tunnel zu verlassen. Durch den Wegfall der Fahrspannung blieb der Zug stehen und die Passagiere wurden angewiesen, den Zug zu verlassen und sich im Tunnel Richtung Stadelhofen zu bewegen. Zusammensetzung des Zuges (2): Bt-AB-B-Re/D, Doppelstockeinheit, Länge 100m. Es waren zirka 150 Personen in den beiden Zügen
Ein während der Fahrt ausgerüsteter PLA - Trupp dringt zur Rekognoszierung der Lage in den Tunnel ein, muss aber wegen Rettungsarbeiten den Auftrag abbrechen.
Der Bau einer Transportleitung wurde ebenfalls abgebrochen, da alle Leute zur Unterstützung der Rettungen abgezogen wurden. 17 der 18 Leute wurden mit KG ausgerüstet, der PLA - Trupp wurde ebenfalls umgerüstet.
Auftrag: Absuchen des Zuges (der zweite Zug war noch nicht bekannt) und des Tunnels und Retten aller gefundenen Passagiere.
Durch die Sanität wurden, unter Mithilfe von bereits eintreffenden Pflichtfeuerwehrleuten, die ersten Passagiere betreut und zum Teil beatmet. Im Laufe der Zeit wurde die Triagestelle im Warteraum des Bhf Stadelhofen eingerichtet.
Die Zugspassagiere brechen teilweise kurz nach dem Verlassen des Tunnels zusammen. Sie werden sofort (so gut als möglich) betreut und in den Triageraum gebracht.
Eine Gruppe von ca. 20 Personen hatte sich bereits im Tunnel niedergesetzt und wurde von einem KG - Trupp ins Freie geführt. Rauch bis auf den Boden.
Der Rettungsschacht Hirschengraben wurde zur Flucht nicht benutzt.
Nach der Feststellung, dass offenbar Stadelhofen als Fluchtrichtung angegeben wurde, wurde die Rauchabzugsanlage sofort eingeschaltet. Nach einigen Minuten wurde die Sicht wenig besser.
In der Zwischenzeit drangen 8 Mann vom HB her in den teilweise rauchfreien Tunnel vor. Bis zum brennenden Zug wurde nur eine Person gefunden. Der Führerstand des Triebwagens und 2 weitere Personenwagen standen in Brand. Wegen fehlendem Wasser noch keine Löschaktion möglich. Auftrag vom Abschnittskdt: Züge und Tunnel absuchen bis zu den Trupps aus Richtung Stadelhofen.
- 2110 h LRZ im HB eingetroffen, Fahrleitung geerdet.
- 2115 h LRZ rückt vor auf dem seeseitigen Gleis.
- 2118 h Transportleitung ab LRZ mit Teilstück beim Triebwagen, 3 42er Leitungen. 2 Personenwagen und Triebwagen gelöscht.
2 AS - Trupps von Stadelhofen rücken vor um die Züge zu sichern.
Der havarierte Zug wird zum Abschleppen nach HB vorbereitet. Wegen blockierten Bremsen misslang der Abtransport, das Feuer breitete sich plötzlich wieder aus und die Löscharbeiten mussten wieder aufgenommen werden.
In der Zwischenzeit stieg die Rauchabzugventilation aus (2h). Blitzschnell füllte sich der Tunnel wieder mit Rauch und die Einsatzkräfte mussten auch den Gleisbereich Bhf Stadelhofen verlassen.
Der LRZ Rapperswil, 2325 h eingetroffen (2105 h Alarm/2130 h Abfahrt/ 2158 h Tiefenbrunnen/ 2305 h Tiefenbrunnen ab/ 2312 h Stadelhofen) wurde zum Löscheinsatz ab Stadelhofen befohlen. Abfahrt 2312 h.
Bis zum Einsatz des LRZ Rapperswil wurde das Feuer von der Seite HB gelöscht. (Wasserverbrauch total 35’000Liter).
Ein neuer Abschleppversuch gelang und der Havarist wurde ca. 2400 h via HB in den Vorbahnhof gezogen und dort nochmals definitiv gelöscht.